Notwendigkeit einer Rassismusstudie bei der Polizei

Zu der heute veröffentlichten Verlautbarung des Innenministeriums zur Vorbereitung einer Rassismusstudie bei der Polizei äußert Madeleine Henfling, innenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, generelle Zustimmung: „Wir freuen uns erst einmal, dass das Innenministerium und Herr Maier endlich die Notwendigkeit einer wissenschaftlich geführten Studie zu rassistischen und diskriminierenden Einstellungen bei der Polizei erkannt hat. Das ist mehr als überfällig. Prinzipiell löblich ist auch, dass die Studie erfassen soll, wo vermehrt Arbeitsbelastungen auf die Thüringer Polizeidienstleistenden einwirken.“

„Fraglich ist allerdings das schon hier angelegte whitewashing. Die Behauptung Maiers, man wird erst durch den Dienst in bestimmten Themenbereichen zum Rechtsextremen, verkennt völlig die Problemlage und den Stand der Wissenschaft zu Sozialisation und Identitätsbildung. Nicht das Thema, sondern der polizeiinterne Umgang damit, die Strukturen innerhalb der Polizei sowie die Handhabung einer Fehlerkultur gehören in die Analyse. Auch Inhalte in der Ausbildung und die Bewerber*innenauswahl müssen auf den Prüfstand. Wir drängen zudem darauf, dass die Studie unabhängig und von Wissenschaftler*innen außerhalb von Thüringen durchgeführt wird. Außerdem wäre ein breitaufgestellter Beirat, der die Studie begleitet auch aus Gründen der Akzeptanz wichtig“, stellt Henfling abschließend klar.